FRISCH AM BERG

 

 

Bergtexte von Max Frisch
ein dramatischer Abend

Spiel: Gian Rupf und René Schnoz
Produktion: Bergfahrt 2006, Begegnung mit alpiner Literatur, Amden
Spieldauer: 60 Min (ohne Pause)

Charles Ferdinand Ramuz und La Montagne, das ist klassisch. Friedrich Dürrenmatt und die Berge, das ist kaum vorstellbar.
Und wie steht es mit Max Frisch , dem dritten grossen Schriftsteller der Schweiz im 20. Jahrhundert? Mit »frisch amBerg»  wird demPublikum bewusst, dass sich Frisch mit den Bergen, die er in jungen Jahren mit Leidenschaft bestiegen und beschrieben hatte, immer wieder beschäftigte.

«Die plötzliche Lust zum Klettern»

Brilliante Mono- und Dialoge_«Frisch am Berg» setzte einen markanten Gipfelpunkt. Max Frisch war ein urbaner, weltläufiger Mensch. Auf einem Alpenflug 1946, hoch über dem Finsteraarhorn, packte ihn die Liebe zum Berg, die er fortan treu bewahrte, und eine «plötzliche Lust zu klettern». Fetzen dieser Liebe finden sichin Frischs Werk, mal kürzer mal länger, wie Gipfel, die aus dem Nebel ragen._Diese «Gipfel» – eine Sammlung von Bergpassagen aus Frischs Werk, nutzte das Duo Gian Rupf und René Schnoz zur Komposition einer dramatischen Lesung. Ein «Flugzeug» brummte
über die Berge und «Frisch» erzählte seine Erlebnisse am Berg: Brilliante Mono- und Dialoge in loser, humoristischer Folge, auf der
Mikrobühne bestehend aus einem Ledersessel, darunter Tonnen von Büchern und, in einer riesigen Kiste, die Hermes Baby, ohne die die Impressionen vielleicht nie zu Buche gekommen wären. Bis Frischs Blick aus dem Fenster schweifte, er begeistert die Berge vor Ort entdeckte und das Publikum mit «schau der Mürtschenstock!» zurück in die Realität holte.

Südostschweiz, Brigitte Tiefenauer

Mit humoristisch inszenierten und brillant rezitierten Bergpassagen aus bekannten Werken von Max Frisch eroberte das Duo Rupf und Schnoz, die beiden bergsteigenden Schauspieler aus dem Bündnerland, im Nu die Herzen des Publikums. Ein braunes Ledersofa, Frischs legendäre Hermes Baby und seine Tabakpfeife als Requisiten, flogen sie in der Super Constellation (dem Vorgängermodell der DC 3) über den Alpen, wanderten vom
Glarnerland nach Locarno, lauschten den Erzählungen den Hüttenwartes auf der Planurahütte und erkannten beim Flug über das Finsteraarhorn voller Freude die heimatlichen Berggipfel.

Begegnung mit Alpiner Literatur, Amden 2006, “Ammler Ziitig”