EIN RUSS IM BERGELL


Anton von Rydzewski und Christian Klucker
nach Originaltexten, bearbeitet von Emil Zopfi und Stefan Keller

Spiel: Gian Rupf und René Schnoz
Musik/Akkordeon: Hans Hassler
Künstlerische Mitarbeit: Mirjam Neidhart
Produktion: Sogar Theater Zürich &
Bergfahrt 2010, Begegnung mit alpiner Literatur, Amden

Ein Russ im Bergell erzählt von Erstbesteigungen vor 120 Jahren, von Mut und Pioniergeist, 
von Missgunst und Streit, von Gipfelglück, von Bewunderung und von unüberwindlichen Standesunterschieden. Das Stück thematisiert eines der bizarrsten Seilschaften der Alpingeschichte. Baron Anton von Rydzewski und sein Bergführer Christian Klucker aus dem Fextal bildeten Ende des 19. Jahrhunderts eine tragikomische Seilschaft: „Sie hassen sich vom ersten Höhenmeter an, nennen sich «Mehlsack» und «Feldmarschall » und leisten so 10 Jahre lang alpine Pionierarbeit. Aus ihren Aufzeichnungen haben die Autoren Emil Zopfi und Stefan Keller und die Schauspieler René Schnoz und Gian Rupf mit «Ein Russ im Bergell» ein Stück geschaffen, dem Applaus gebührt.

*****
Kulturpreis 2010 des SAC Schweiz für Gian Rupf und René Schnoz und ihre Bergfahrten. Die beiden spielen den Russ im Bergell auch in, vor Hütten und um Hütten herum auf 2000 m. ü. Meer in herrlicher Alpenkulisse.

Mehr Infos unter: www.bergtheater.ch
*****

Kritiken
«Mit wenig Mitteln, szenischer Sorgfalt und viel Sympathie für die beiden Spinner, die hier wieder aufleben, öffnen sie ein theatrales Fenster zu einer längst verflossenen Alpenwelt.» Rupf kommt als unsportiver Bourgeois nach einem halben Meter «Berg» tatsächlich ins Schwitzen und geht mit seiner pathetischen Naturbegeisterung gekonnt auf die Nerven, und dem verstockt Zahnstocher kauenden Schnoz nimmt man den im Berglerstolz verletzten Klucker sofort ab. Heimlicher Star des Abends ist aber der wunderbar kauzige Musiker Hans Hassler, der mit seinem Akkordeon die Dissonanzen dieser Zweckseilschaft kommentiert, dann wieder ruhig wird wie ein Berg.»

Corina Freudiger TAGESANZEIGER, 2010

«So unterschiedlich ihr Aussehen, so unterschiedlich ihre Charaktere. Eloquent, leicht süffisant der eine; wortkarg, selbstbewusst der andere; empfindlich beide. Zwischen 1891 und 1900 führten die beiden in den Bergeller Bergen manche Tour und Erstbesteigung durch.»


«Aus diesen Schriften haben Emil Zopfi und Stefan Keller eine berührende, informative Textcollage montiert. Sie verstanden es, die beiden ungleichen «Gipfelstürmer» mit wenigen Strichen zu prallen Figuren zu machen. Verlassen dürfen sich die Autoren auf zwei erstklassige Schauspieler: Gian Rupf gibt den weichlichen, aber von Ehrgeiz getriebenen Baron mit einer brillanten Mischung aus seigneurialer Grandezza und schöngeistiger Betulichkeit.»

Bruno Rauch, SDA