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“6 Uhr 41″ von Jean-Philippe Blondel


26.Mai 2017 um 20 Uhr

WORTREICH Buchhandlung in Glarus

http://www.kulturbuchhandlung.ch

in einer Bühnenbearbeitung von THEATER TRIEBGUT

Spiel: Annette Wunsch und Gian Rupf / Regie: Thilo Voggenreiter

Spieldauer: 75 Minuten ohne Pause

 

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Cécile hat das Wochenende bei den Eltern verbracht. Am Montagmorgen

sitzt sie erschöpft im Frühzug nach Paris. Der Platz neben ihr ist

frei, ein Mann setzt sich. Cécile erkennt ihn sofort: Philippe Leduc, ihre

Jugendliebe. Auch Philippe hat Cécile gleich erkannt. Doch sie schweigen

geschockt. Beide. Jeder für sich erinnern sich Cécile und Philippe

in den eineinhalb Stunden Zugfahrt, wie sie vor dreissig Jahren ein

romantisches Wochenende in London verbringen wollten und dort alles

aus den Fugen geriet. Je näher der Gare de l’Est kommt, desto mehr

will man wissen: Endet die Reise dort, oder gibt es ein nächstes Mal?

Jean-Philippe Blondel erzählt diese Begegnung aus den völlig

verschiedenen Perspektiven der zwei Protagonisten:

tiefgründig, leicht und humorvoll.

 

Trailer zum Stück:

https://vimeo.com/user45289012/6uhr41trailer

Bündner Tagblatt 10.3.2016

 

Die Mittel, mit denen Regisseur Thilo Voggenreiter arbeitet, sind einfach: Auf dem eigens für die Aufführung von «6 Uhr 41»  ausgelegten grünen Plastikboden stehen zwei Stühle, mehr nicht. Der Fokus liegt somit komplett auf Annette Wunsch und Gian Rupf, die das einstige Liebespaar verkörpern. Das Spiel der beiden ist eindrücklich: Jede Bewegung und jeder Satz sitzen. Das Tempo ihrer Dialoge ist hoch, die Palette an Emotionen, die das Stück den beiden abfordert, ist breit. Das Duo nimmt vom ersten Moment an rasant an Fahrt auf und zieht die Geschwindigkeit bis zum Schluss durch.

 

Was genau ist damals in London passiert? Das ist die grosse Frage, die «6 Uhr 41» antreibt. Das Trio Rupf, Voggenreiter und Wunsch sorgt mit «6 Uhr 41» für ein intensives Theatererlebnis. Die Fahrt endet so abrupt, wie sie angefangen hat. Doch ob sie damit auch zu Ende ist, ist eine andere Frage …

 

 

Südostschweiz 10.3.2016

 

Es ist eine leichtfüssige…Theaterstunde, die uns Regisseur Thilo Voggenreiter und das Schauspielerpaar bescheren. Sie spielen die Dynamik der Theaterfassung gekonnt aus. Mit Komik zeigen sie, wie es immer schwieriger wird, ein Gespräch zu beginnen, je länger das Schweigen anhält. Interessant ist, wie dieses Kammerstück…die Möglichkeiten des Theaters nutzt. Mittels schnellen Schnitten, mühelos markiert mit einem Schritt nach vorn, zurück oder zur Seite, werden die Erzählperspektiven gewechselt. Diese eher filmische als theatralische Dramaturgie trägt einiges zur Kurzweiligkeit dieser Inszenierung bei. Hinzu kommt, dass man dem ungleichen Paar gerne zuschaut.

 

Rupfs Philippe, treuherzig naiv, mit fettigem Haar, ungepflegt, unrasiert und etwas aus der Form geraten, erwartet nicht mehr viel vom Leben. Anders Cécile, die mit Annette Wunsch treffend besetzt ist. Die dynamisch-kühle Geschäftsfrau ist froh, dass ihr Mann und sie selbst keine Loser wie Philippe sind. Ihre tadellos gecremte Fassade bröckelt während der Zugfahrt zusehends.

 

 

 


Rupfs Stimme auf SRF


jeweils mittwochs

Kulturplatz

22:20-22:50

http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz/sendungsportraet