BERGFAHRT


Ludwig Hohl

Spiel: Gian Rupf und René Schnoz
(variabel: Musik: Hans Hassler)
Produktion: Bergfahrt 2004, Begegnung mit alpiner Literatur, Richisau
Spieldauer: 60 Min (ohne Pause)

1 Tisch, 2 Stühle, 2 Stimmen, 100% Dramatik

Die beiden Schauspieler locken die Zuschauer, auf eine hochalpine Bergfahrt mitzugehen
Die Geschichte der „Bergfahrt“ funktioniert an den unterschiedlichsten Orten. Die beiden Schauspieler spielen diese Geschichte bewusst an extremen und eindrücklichen Orten: Von der Gauli Dossen- oder Glecksteinhütte bis hin zur Mönchsjochhütte auf 3600 m. ü M. im Kulmhotel Gornergrat, der Hörnlihütte, in der Blinden Kuh in Zürich oder im Alpinen Museum in Bern.

Franz Hohler schreibt über die Bergfahrt:
“Wie kann man in einer Zeit der 3-D-Mount-Everest-Filme behaupten, ein rostiger Metalltisch und zwei Klappstühle seien eine Gebirgslandschaft? Gian Rupf und René Schnoz wagen es, und wir zögern keinen Moment, ihnen durch Nebel, Wind und Schnee zu folgen und uns bedingungslos dieser Bergfahrt anzuschliessen, in der es um Freundschaft und Freiheit, Kühnheit und Furcht, Treue und Trennung und zuletzt um Leben und Tod geht.”

Kritiken:

Faszinierend war, wie eindringlich die Bündner die wechselnden Stimmungen während ihrer Reise zu erzeugen vermochten: vom fröhlichen Aufstieg durch grüne Wiesen bis zum Schneesturm war trotz der minimalistischen Konzeption der Inszenierung alles da, was Ull und Johann erleben.
Für die beiden Schauspieler war Hohls „Bergfahrt“ zudem ein gefundenes mimisches Fressen. Von komödiantischen Einlagen bis zum philosophischen Gedanken spielten Rupf und Schnoz alles mit grosser handwerklicher Präzision und leidenschaftlichem Einsatz.„Bergfahrt“ war
beste Werbung fürs Theater.“

Oliver Berger, Südostschweiz

«Dass die beiden Bündner sind und ihren Dialekt in ihrer szenischen Bearbeitung wie einen Joker einsetzen, verleiht der Umsetzung ein witzigpointiertes, nie angestrengt wirkendes «Lokalkolorit».
Wie die beiden mit minimalem Equipment – zwei Stühle, ein Tisch, ein Tischtuch, ein Rucksack – den Aufstieg durch einen Gletscher in einem Schneesturm oder den Überlebenskampf von Ull in einer schneebedeckten Bergwand miterleben lassen, ist meisterhaft. Erleichtert findet man sich am Ende auf seinem bequemen Stuhl im warmen Theater wieder.
»

Bettina Spoerri, Neue Zürcher Zeitung